Vier Jahre nach seinem ersten Besuch im Logistik-Podcast ist Victor, Gründer und Geschäftsführer von WAKU Robotics, zurück bei uns.
Damals stand Robotik noch mitten im AMR-Hype – heute ist der Markt deutlich ernüchterter und professioneller.
Wir sprechen über gescheiterte Projekte, fehlende KPIs und warum Analytics allein nicht reicht.
Natürlich geht es auch um Humanoide, Physical AI und die Frage: Was ist Substanz – was ist Blase?
Und wir werfen einen ehrlichen Blick auf China, Europa und die strategische Zukunft der Robotik.
Inhalte der Folge:
- Warum viele Robotikprojekte scheitern – und weshalb saubere KPI-Strukturen und Instandhaltungsmanagement entscheidend sind
- Vom Hype zu harter Realität: AMRs, spezialisierte Use Cases und warum sexy Technologie nicht automatisch ROI bedeutet
- Humanoide in der Logistik: Zwischen Experiment, Marketing und realistischer Zeitschiene
- Physical AI & Vision-Language-Action-Modelle: Wie Software zunehmend hardwareunabhängig Roboter „intelligent“ macht
- China vs. Europa: Marktanteile, Supply Chains, politische Dimension und die strategische Bedeutung von Robotik
Wenn euch diese Einordnung jenseits des Hypes gefallen hat, freuen wir uns über euer Feedback.
Alle erwähnten Links, inklusive Victors LinkedIn-Artikel, findet ihr unten in den Shownotes.
Wir hören uns nächste Woche wieder – bis dahin: bleibt neugierig und denkt Automatisierung strategisch.
Shownotes zum „Waku-Update mit Viktor“
Webseite von WAKU Robotics
Viktor Splittgerber bei LinkedIn
WAKU-Update 2026: Zwischen Hype, Humanoiden und harter Realität in der Robotik
Vier Jahre nach unserem ersten Gespräch mit Victor von WAKU Robotics war es Zeit für ein neues WAKU-Update. Damals stand die mobile Robotik noch mitten im AMR-Hype. Auf jeder Messe fuhren autonome Transportroboter durch die Hallen, Investoren überschlugen sich mit Prognosen, und Automatisierung schien die Antwort auf nahezu jedes Problem in der Logistik zu sein.
Heute ist das Bild differenzierter. Und genau darum geht es in diesem WAKU-Update: Wo steht die Robotik wirklich? Was funktioniert – und was ist vor allem Marketing?
Vom Analytics-Tool zum Instandhaltungs-Ökosystem
WAKU Robotics startete ursprünglich mit dem Ziel, Transparenz in Robotikprojekte zu bringen. Viele Unternehmen investierten Millionen in Flotten aus AMRs oder anderen Automatisierungslösungen – ohne valide KPIs, ohne belastbares Performance-Tracking.
Das aktuelle WAKU-Update zeigt: Analytics allein reicht nicht.
WAKU hat sich weiterentwickelt und bietet heute datenbasiertes Instandhaltungsmanagement an. Konkret bedeutet das:
- Performance-Messung einzelner Roboter
- Schritt-für-Schritt-Anleitungen bei Störungen
- Automatisierte Wartungsprozesse
- Ersatzteil- und Servicekoordination
Die zentrale Erkenntnis: Robotik scheitert nicht an der Hardware – sondern oft an Organisation, Prozessen und fehlender Struktur.
Humanoide: Zukunft oder Blase?
Kein WAKU-Update ohne Blick auf das große Hype-Thema der letzten Monate: Humanoide Roboter.
Die Versprechen sind gewaltig. Roboter mit zwei Beinen, zwei Armen und KI-„Gehirn“, die Lagerarbeit übernehmen oder perspektivisch sogar im Haushalt helfen. Venture Capital fließt in Milliardenhöhe.
Victors Einschätzung im WAKU-Update ist klar:
Produktive humanoide Systeme in der Logistik sind noch nicht im industriellen Maßstab angekommen. Einzelne Piloten existieren, aber stabile, skalierbare Business Cases sind rar.
Realistischer sind aktuell spezialisierte Anwendungen:
- Containerentladung
- Sortierroboter
- Inventurroboter
- Mobile Manipulatoren (Roboterarm auf fahrender Plattform)
Diese Systeme lösen klar definierte Probleme – und genau dort entsteht echter ROI.
Physical AI und Vision-Language-Action-Modelle
Ein zentrales Thema im WAKU-Update ist Physical AI.
Dabei geht es um Software, die Roboter hardwareunabhängig intelligenter macht.
Statt für jeden Use Case eine eigene Lösung zu entwickeln, versprechen Vision-Language-Action-Modelle (VLA-Modelle), unterschiedlichste Objekte und Aufgaben flexibel zu verarbeiten:
- Schrauben greifen
- Pakete sortieren
- unstrukturierte Objekte erkennen
- Handlungen aus Sprachbefehlen ableiten
Der Unterschied zu früheren Ansätzen: Die Intelligenz liegt zunehmend in der Software – nicht nur in der Mechanik.
Ob daraus eine neue Wachstumswelle entsteht, bleibt offen. Das WAKU-Update zeigt jedoch klar: Hier findet aktuell die spannendste technologische Entwicklung statt.
China vs. Europa: Wer dominiert die Robotik?
Ein weiterer Schwerpunkt im WAKU-update ist die geopolitische Dimension.
China hat Robotik strategisch priorisiert. Die Folgen:
- massive Förderprogramme
- enorme Produktionskapazitäten
- schnelle Entwicklungszyklen
- deutlich günstigere Hardware
Gerade im Bereich mobiler Roboter und Humanoide liegt China in Stückzahlen klar vorne. Europäische Hersteller punkten eher in Nischen, bei hochwertigem Engineering und in der Softwareintegration.
Die große Frage, die das WAKU-update aufwirft:
Will Europa nur Anwender sein – oder auch Produzent und Technologiegestalter?
Die wichtigste Botschaft des WAKU-Updates
Wenn man das WAKU-Update auf eine Kernbotschaft reduzieren müsste, dann diese:
- Nicht der Hype entscheidet über Erfolg – sondern saubere Projektarbeit.
- Klare Business Cases
- Realistische ROI-Berechnungen
- Strukturierte Implementierung
- Nachhaltiges Service- und Wartungskonzept
Viele Robotikprojekte scheitern nicht an Visionen, sondern an fehlender Umsetzungskompetenz.
Mehr Substanz, weniger Buzzword
Das aktuelle WAKU-Update zeigt eine gereifte Branche.
Der große AMR-Hype ist vorbei. Der Humanoiden-Hype läuft. Dazwischen entsteht eine Phase der Professionalisierung.
Robotik in der Logistik funktioniert – wenn sie strukturiert geplant wird.
Physical AI könnte den nächsten großen Sprung bringen.
Und geopolitisch wird das Thema zunehmend strategisch relevant.
Wer heute automatisiert, sollte weniger auf Messe-Demos und mehr auf belastbare Kennzahlen schauen.
