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In dieser Folge unserer Reihe Women Leading in Logistics sprechen wir mit Anike Murrenhoff über moderne Führung, persönliche Entwicklung und die Herausforderungen einer jungen Führungskraft zwischen Forschung und Start-up.

Anike berichtet, welche Eigenschaften gute Führung für sie heute wirklich ausmachen, warum Empathie und Kommunikation immer wichtiger werden und weshalb es den einen perfekten Führungsstil eigentlich nicht gibt.

Außerdem sprechen wir über den Mut, die Komfortzone zu verlassen, die Bedeutung von Feedback und darüber, wie Führungskräfte Menschen nachhaltig weiterentwickeln können.

  • Warum Empathie und Kommunikationsfähigkeit zentrale Führungskompetenzen sind
  • Welche Rolle Mut, Feedback und persönliche Weiterentwicklung für gute Führung spielen
  • Warum sich Führungsstile immer an der jeweiligen Situation orientieren sollten
  • Weshalb Vertrauen häufig wirkungsvoller ist als Kontrolle
  • Welche Erfahrungen Anike Mohrenhoff aus Forschung, Start-up und Führungsverantwortung mitbringt

Unser Gespräch zeigt, dass moderne Führung weit mehr ist als Methoden, Hierarchien oder Managementmodelle. Im Mittelpunkt stehen Menschen, ihre individuellen Stärken und die Fähigkeit, gemeinsam an einer Vision zu arbeiten.

Gleichzeitig wird deutlich, dass gute Führung nie statisch ist, sondern sich immer an Situation, Team und Aufgabe anpassen muss. Eine Folge für alle, die sich mit Leadership, persönlicher Entwicklung und der Zukunft von Führung in der Logistik beschäftigen.

Shownotes zur Episode mit Anike:

Anike bei LinkedIn

pyck GmbH – akt. Arbeitgeber von Anike, die auch gerade als Gewinner des IFOY Award „Start-Up Of The Year“ ausgezeichnet wurden

Anike Murrenhoff: Warum moderne Führung mit Empathie beginnt

Was macht eine gute Führungskraft im Jahr 2026 aus? Sind es Fachwissen, Entscheidungsstärke und Autorität – oder gewinnen Eigenschaften wie Empathie, Kommunikation und Vertrauen zunehmend an Bedeutung?

Über genau diese Fragen sprechen wir in unserer Reihe Women Leading in Logistics mit Anike Murrenhoff. Nach zehn Jahren am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) wechselte sie Anfang 2026 in ein KI-Start-up und verbindet heute wissenschaftliche Forschung mit unternehmerischer Praxis. Im Gespräch wird schnell deutlich: Gute Führung ist heute weniger eine Frage der Hierarchie als vielmehr der Haltung.

Führung bedeutet, Menschen zu verstehen

Auf die Frage nach den wichtigsten Eigenschaften einer erfolgreichen Führungskraft kommt Anike Murrenhoff ohne lange zu überlegen auf zwei Begriffe: Empathie und Kommunikation.

Für sie beginnt Führung nicht bei Prozessen oder Organigrammen, sondern bei den Menschen. Teams funktionieren nur dann dauerhaft erfolgreich, wenn Führungskräfte verstehen, was Mitarbeiter motiviert, welche Herausforderungen sie beschäftigen und wie unterschiedliche Persönlichkeiten zusammenarbeiten.

„Menschen arbeiten mit Menschen. Genau deshalb sind Empathie und Kommunikationsfähigkeit keine weichen Faktoren, sondern zentrale Führungskompetenzen.“

Gerade in der Logistik, in der häufig unterschiedlichste Berufsgruppen zusammenarbeiten, wird diese Fähigkeit zunehmend zum Wettbewerbsvorteil.

Kommunikation ist mehr als Informationsaustausch

Ein Thema zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Gespräch: Kommunikation.

Viele Probleme entstehen nicht, weil Menschen fachlich schlecht sind, sondern weil Erwartungen unklar bleiben oder Informationen nicht offen ausgesprochen werden.

Anike Murrenhoff beschreibt Kommunikation deshalb als aktives Führungsinstrument.

„Lieber einmal mehr nachfragen als einmal zu wenig. Gute Kommunikation verhindert viele Probleme, bevor sie überhaupt entstehen.“

Besonders in stressigen Projektphasen zeigt sich, wie wichtig regelmäßiger Austausch ist. Wer hier spart, zahlt häufig später den Preis – durch Missverständnisse, Konflikte oder unnötige Reibungsverluste.

Persönliches Wachstum beginnt außerhalb der Komfortzone

Beeindruckend ist auch der persönliche Karriereweg von Anike Murrenhoff.

Nach ihrem Bachelor entschied sie sich bewusst für einen Master in den USA – ein Schritt, der sie letztlich in die Welt der Künstlichen Intelligenz führte. Gleichzeitig wurde sie von ihren damaligen Führungskräften immer wieder ermutigt, Vorträge zu halten, Projekte zu übernehmen und Verantwortung zu tragen.

Heute gehören genau diese Aufgaben selbstverständlich zu ihrem Berufsalltag.

Die wichtigste Erkenntnis daraus:

„Wer sich dauerhaft weiterentwickeln möchte, muss bereit sein, die eigene Komfortzone regelmäßig zu verlassen.“

Diese Bereitschaft, Neues auszuprobieren, zieht sich durch ihren gesamten Werdegang und prägt heute auch ihren eigenen Führungsstil.

Den perfekten Führungsstil gibt es nicht

Transformationale Führung, Servant Leadership, charismatische Führung oder klassische Autorität – die Managementliteratur kennt unzählige Modelle.

Für Anike Murrenhoff gibt es darauf jedoch keine allgemeingültige Antwort.

Führung ist immer situationsabhängig.

Ein Forschungsteam, das neue Technologien entwickelt, benötigt andere Impulse als ein operatives Lager während einer Hochlastphase. Mal braucht ein Team Orientierung und Visionen, mal schnelle Entscheidungen und klare Prioritäten.

Die eigentliche Kompetenz einer Führungskraft besteht deshalb darin, zwischen unterschiedlichen Führungsansätzen wechseln zu können.

Vertrauen schafft Leistung

Gerade in der Logistik spielt Kontrolle traditionell eine große Rolle. Prozesse müssen funktionieren, Termine eingehalten und Qualität sichergestellt werden.

Dennoch plädiert Anike Murrenhoff klar für einen vertrauensbasierten Führungsstil.

Mitarbeiter sollten Freiräume erhalten, eigene Entscheidungen treffen und auch Fehler machen dürfen. Denn genau dort entstehen Lernen, Erfahrung und persönliche Entwicklung.

„Vertrauen bedeutet nicht weniger Leistung. Vertrauen schafft die Voraussetzungen dafür, dass Menschen Verantwortung übernehmen.“

Eine konstruktive Fehlerkultur ist dabei kein Selbstzweck, sondern ein wichtiger Bestandteil moderner Führung.

Feedback gehört in beide Richtungen

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs ist das Thema Feedback.

Während viele Führungskräfte selbstverständlich Rückmeldungen an ihre Mitarbeiter geben, wird der umgekehrte Weg häufig vergessen.

Dabei ist genau dieses Feedback entscheidend für die eigene Entwicklung.

Anike Murrenhoff empfiehlt deshalb, regelmäßig aktiv nach Rückmeldungen zu fragen und sich bewusst mit den eigenen Schwächen auseinanderzusetzen.

Nur wer bereit ist, sich selbst kontinuierlich weiterzuentwickeln, kann auch andere erfolgreich entwickeln.

Frauen in Führungspositionen der Logistik

Zum Abschluss sprechen wir auch über ein Thema, das uns im Podcast besonders wichtig ist: Frauen in Führungspositionen der Logistik.

Die Branche entwickelt sich sichtbar weiter, dennoch sind weibliche Führungskräfte weiterhin unterrepräsentiert. Umso wichtiger sind Persönlichkeiten wie Anike Murrenhoff, die zeigen, dass moderne Führung nicht an Geschlecht, Alter oder Hierarchiestufen gebunden ist, sondern an Kompetenz, Haltung und Persönlichkeit.

Gerade unterschiedliche Perspektiven machen Teams innovativer und Organisationen erfolgreicher.

Unser Fazit

Das Gespräch mit Anike Murrenhoff zeigt eindrucksvoll, dass erfolgreiche Führung heute vor allem auf drei Säulen steht: Menschen verstehen, Vertrauen schenken und bereit sein, selbst ständig zu lernen.

Methoden, Modelle und Managementwerkzeuge bleiben wichtig. Entscheidend ist jedoch, wie Führungskräfte mit Menschen umgehen und ob sie es schaffen, Potenziale zu erkennen und weiterzuentwickeln.

Oder, um es mit einem Gedanken aus unserem Gespräch zusammenzufassen:

Führung bedeutet nicht, auf jede Frage die richtige Antwort zu haben. Führung bedeutet, Menschen dabei zu unterstützen, gemeinsam bessere Antworten zu finden.

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